22. September 2026

Der Preis pro Kilogramm wird bei Füllstoffen bald nicht mehr das wichtigste Entscheidungskriterium sein.

Diese Woche startet die FACHPACK in Nürnberg. Ein guter Anlass, um einen Blick darauf zu werfen, wie die PPWR, steigende Rezyklatquoten und die zunehmende Bedeutung des CO₂-Fußabdrucks den Markt für mineralische Füllstoffe verändern werden.

Durch die neuen Regelungen der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) werden die Anforderungen an Verpackungen in Europa verschärft und der Marktzugang für Compound-Bestandteilen reguliert. Ab 2030 müssen Verpackungen hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit bewertet und einer Recyclingklasse zugeordnet werden. Aktuell sind rechtlich dabei die folgenden Klassen definiert worden:

  • Klasse A: ≥ 95 % nach Gewicht recycelbar
  • Klasse B: ≥ 80 % nach Gewicht recycelbar
  • Klasse C: ≥ 70 % nach Gewicht recycelbar

Verpackungen mit einer Recyclingfähigkeit von weniger als 70 % gelten künftig als nicht ausreichend recyclingfähig. Darüber hinaus soll die Klasse C perspektivisch auslaufen, sodass langfristig vor allem die Klassen A und B relevant bleiben werden.

Somit wird zukünftig beim Kauf von Füllstoffen der Preis je Kilogramm nur ein Entscheidungskriterium von vielen sein. Denn zustälich werden die folgenden Faktoren an Bedeutung gewinnen:

  • CO₂-Fußabdruck des Füllstoffs
  • Dokumentationsfähigkeit (PPWR-Nachweise)
  • Auswirkung auf die EPR-Kosten (Extended Producer Responsibility)
  • Einfluss auf die Rezyklatfähigkeit der Verpackung
  • Materialeffizienz

Gleichzeitig steigen die vorgeschriebenen Rezyklatanteile in vielen Verpackungsanwendungen. In der Praxis führen höhere Recyclinganteile jedoch häufig zu Herausforderungen bei Steifigkeit, Dimensionsstabilität und Verarbeitbarkeit.

Mit steigenden Rezyklatquoten wächst auch die Bedeutung mineralischer Füllstoffe. Sie können dazu beitragen, Defizite bei Steifigkeit, Dimensionsstabilität und Verarbeitbarkeit gezielt auszugleichen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Natürliche mineralische Füllstoffe weisen häufig einen günstigeren CO₂-Fußabdruck auf als prozessintensiv hergestellte Alternativen. Dadurch gewinnen sie nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch unter Nachhaltigkeits- und Kostengesichtspunkten an strategischer Bedeutung.

Somit verändert die PPWR nicht nur Verpackungen, sondern auch die Kriterien, nach denen Rohstoffe künftig bewertet werden.

Weiterführende Links: https://alpha-calcit.net/de/umwelt/